Bessere Erinnerung, wenn Stress im Spiel ist

Stress scheint das Erinnerungsvermögen zu aktivieren, oder anders ausgedrückt: Wer gerade eine stressige Situation hinter sich gebracht hat, erinnert sich offenbar – egeal ob negativer oder positiver Stress – besser an zuvor Gelerntes. Diese Erkenntnisse erarbeiteten tschechische und US-amerikanische Wissenschaftler mit Mäusen und wollen nun den Einfluss von Stress auf das Gedächtnis genauer untersuchen. Sie erhoffen sich auch Aufschlüsse über Angststörungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen. Unter dieser Bezeichnung werden körperliche und psychische Symptome zusammengefasst, die infolge eines traumatischen Erlebnisses wie etwa eines schweren Unfalls oder einer Vergewaltigung auftreten. Neben häufigen Symptomen wie Depressionen, Angstzuständen, Selbstverletzungen und Schlafstörungen verbindet eine weitere Auffälligkeit viele Trauma-Opfer: Sie vermeiden Orte, Menschen und Aktivitäten, die die Erinnerungen an das schlimme Erlebnis wachrufen könnten. Die gemiedenen Situationen sind dabei oft an und für sich völlig harmlos und eigentlich nicht mit dem Ereignis verknüpft. Teil vieler Therapien ist es, die trotzdem empfundene Verbindung mit dem traumatischen Ereignis zu lösen. Dies könnte umso effektiver gelingen, je besser verstanden ist, wie diese Verknüpfung bei den Betroffenen entsteht. Die Forscher um André Fenton von der New York University erhoffen sich Hinweise auf bessere Therapien. Die neuen Ergebnisse legten nun nahe, dass das entscheidende Bindeglied auch hier der Stress sein könnte, sagen die Wissenschaftler. Denn auch bei den Mäusen habe sich offensichtlich nicht allein die Stresssituation ins Gedächtnis eingebrannt, sondern auch ein vorheriges Ereignis, nämlich der Gang durchs Labyrinth.

Was können wir daraus schließen? Situationen können durch ihre Beschaffenheit dazu beitragen, dass sie insgesamt abgelehnt werden, was auch gerade im Bildungsbereich beachtet werden müsste. Sind Lernsituationen angstbesetzt, werden die Kern -und die umgebenden Situationen mit Gefühlen belegt, die das Lernen bzw. die Motivation dazu eher verhindern oder verringern. Die Erinnerung an bestimmte Inhalte kann natürlich im Umkehrschluss durch diese Stresssituationen, angstfrei oder angstbesetzt, auch verbessert werden. Sie prägen sich so stark ein, dass sie nicht vergessen werden. Eustress, der positive Stress durch angstfreies Gefordertwerden, ist dabei absolut im Vorteil.

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