Pädagogisch wertvoller Film: Der ganz große Traum (Fußball)

Der ganz große Traum, Filmplakat (Foto: Senator Film Verleih)

DramaHistorienfilm, Deutschland 2010

ab 24.02.2011 in den Kinos

Verleih: Senator Film Verleih GmbH
Regie: Sebastian Grobler
Darsteller: Daniel Brühl, Burghart Klaußner, Justus von Dohnányi, Kathrin von Steinburg, Axel Prahl u.a.
Laufzeit: 105 min, dt.F.
Altersempfehlung: ab 10 J.
Klassenstufen: ab 5. Klasse
Themen: Schule, Erziehung, Solidarität, Generationen/-konflikt, Idealismus
Unterrichtsfächer: Deutsch, Sport, Geschichte,Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Ethik, Kunst

Der Fußball-Lehrer Konrad Koch

Braunschweig, 1874. Drei Jahre nach Gründung des Deutschen Kaiserreichs herrschen Zucht und Ordnung am Martino-Kartharineum-Gymnasium. Im Geschichtsunterricht werden die Schlachten der Preußen noch einmal geschlagen. Zur körperlichen Ertüchtigung wird geturnt, marschiert und Aufstellung genommen, dass Turnvater Jahn seine helle Freude gehabt hätte. Und wer nicht pariert, macht Bekanntschaft mit dem Rohrstock. Dabei ist Direktor Merfeld durchaus fortschrittlich gesinnt. Im Rahmen eines Förderprojektes beruft er den jungen Lehrer Konrad Koch an seine Schule, der den Pennälern eine fremde Sprache nahe bringen soll: Englisch. (In Wirklichkeit war er Deutschlehrer.) Koch jedoch hat von seinem Studienaufenthalt in England nicht nur die notwendige sprachliche Qualifikation mitgebracht, sondern auch die Leidenschaft für Fußball. Als er versucht, seine unwilligen Schüler durch den in Deutschland gänzlich unbekannten Ballsport für die englische Sprache und Kultur zu öffnen, löst er bei den Jungen eine ungeahnte Begeisterung aus. Bei Lehrer- und Elternschaft finden die Aktivitäten indes wenig Anklang. Im Gegenteil: Die patriotisch gestimmten Bürger setzen sogar alles daran, Koch loszuwerden und die als „undeutsch“ empfundene Balltreterei zu unterbinden. Der Keim aber ist gesät, und die Jugendlichen sind fest entschlossen, sich das Spiel nicht so einfach verbieten zu lassen.

Nach wahren Begebenheiten filmisch erzählt und verändert
Der Film erzählt, frei nach wahren Begebenheiten, die Geschichte des Konrad Koch, der einst den Fußball nach Deutschland brachte – und das auf überaus kurzweilige Weise. Dramatische und komödiantische Momente wechseln einander wirkungsvoll ab, wobei allzu steile Ausschläge in die eine oder andere Richtung vermieden werden. Insgesamt bestimmt ein augenzwinkernder, sanft parodistischer Tonfall den liebenswerten Film, der besonders in darstellerischer Hinsicht überzeugt. Neben Daniel Brühl, der seiner Figur des Konrad Koch jungenhaften Charme verleiht, wissen sich auch die Nachwuchsakteure gut in Szene zu setzen.  Das Geschehen wirkt bisweilen unwahrscheinlich, ist inhaltlich verändert, nicht ganz der historische Koch, aber der Film führt das integrierende Potenzial des Fußballs lebhaft vor Augen. Er erzählt vom Zusammenwachsen einer Klasse zu einem Team, zeigt das Fairplay als Kitt der Gemeinschaft, die jedem Einzelnen die Chance bietet, sich gemäß seiner Fähigkeiten einzubringen, sich weiter zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. So kann sich etwa Joost, der als einziges Arbeiterkind derKlasse gemobbt wird, als talentierter Kicker Respekt erkämpfen. Und der Ton angebende GroßbürgerssohnFelix, der auf dem besten Weg ist, ein „Untertan“ zu werden, erkennt schließlich den Wert desGemeinschaftssinns. Nebenbei gibt der Film Einblicke in das Schul- und Gesellschaftssystem im Deutschen Kaiserreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
www.derganzgrossetraum.de

(Quelle: Kinofenster)
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