Nur blaue Flecken?

Blaue Flecken mit Folgen – eine Operation kann notwendig sein

(dgk Marburg) Wegen eines blauen Fleckes unters Messer? Julian ist es passiert. Bei einer Rangelei in der Schule zog er sich am Bein eigentlich nur einen blauen Fleck zu, so groß aber, dass er noch Wochen später über Schmerzen im Oberschenkel klagte. Nun muss er operiert werden und für ein paar Wochen sogar an Krücken laufen. Wie konnte es dazu kommen? Beim Laufenlernen, beim Toben in der Kita, in der Schule oder beim Spiel: Im Kindesalter ist ein blauer Fleck (Hämatom) oder ein Bluterguss an Armen oder Beinen eigentlich nicht vermeidbar. Wenn eine Vene, Arterie oder ein Kapillargefäß durch einen Stoß verletzt wird, fließt Blut in die Umgebung des
Gefäßes.

(Skateboardunfall privat)

Wenn sich dann das ausgetretene Blut innerhalb des Gewebes direkt unter der Haut befindet, sehen wir den blauen Fleck oder einen Bluterguss. Zunächst rötlich blau, verfärbt sich ein solcher von grünlich gelb bis hin zu braun, um dann allmählich zu verblassen. Die Heilung kann Tage oder manchmal sogar Wochen dauern, abhängig davon, wie stark der Schlag war, der das Hämatom verursacht hat. Die meisten kleinen blauen Flecken verschwinden nach 14 Tagen von alleine wieder. Dann ist der ursprünglich rote Blutfarbstoff vollständig vom Körper abgebaut. Ist der Bluterguss allerdings sehr groß, schmerzhaft und heiß, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. In seltenen Fällen kann – wie bei Julian – tatsächlich eine Operation nötig sein, um das Hämatom auszuräumen, da es sich verkapseln kann oder sich Abszesse bilden können. Größere Hämatome, besonders, wenn sie im Inneren des Körpers entstehen, können zur Folge haben, dass umliegende Nerven oder Muskeln nicht mehr richtig mit Blut versorgt werden.

Als eine schwere Komplikation bei Prellungen kann das Muskelkompressionssyndrom (auch Kompartmentsyndrom genannt) auftreten. Durch den Bluterguss kommt es zu einer langanhaltenden Drucksteigerung im Muskel, die Blutgefäße und Nerven werden zusammengedrückt.

Die Folgen sind eine mangelnde Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff sowie eventuell sogar neuromuskuläre Ausfälle. Auch kann Muskelgewebe völlig absterben und letztlich durch Kalkeinlagerungen verknöchern.

Manche Eltern greifen bei blauen Flecken schnell zu Heparin- oder homöopathischen Salben, um den Bluterguss wieder verschwinden zu lassen. Einige Kinderärzte raten jedoch von Heparinsalben ab: Sie können auf empfindlicher Kinderhaut Hautreizungen oder sogar allergische Reaktionen hervorrufen.

(DGK-Heck Image State).

Besser ist es, die betroffene Stelle sofort hochzulagern, damit das Blut nicht noch weiter in die Verletzung laufen kann, und zu kühlen – mit einem kalten, feuchten Waschlappen oder einer in ein Tuch eingeschlagenen Kühlkompresse. So ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und die Blutung wird gestoppt. Bei mehreren blauen Flecken mit unklarer Ursache sollte immer ein Arzt befragt werden.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bluterguss; Hirner A. et al.: Chirurgie, Thieme Verlag, 2004, S.388; ddp-
Meldung: Die meisten kleinen blauen Flecken verschwinden nach 14 Tagen von alleine wieder; Bei
Kindern auf Heparinsalbe gegen blaue Flecken verzichten (PR-inside.com 09.02.2010))

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