Wie erkenne ich sexuellen Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen?

Dieses Jahr neu entdeckt und breit in den Medien diskutiert wird das Thema sexueller Missbrauch. Die Presseblätter rauschen:

Bericht in der FAZ (Missbrauchsskandal: Der Druck auf die Kirche wächst)
Bericht in der RHEINISCHEN POST (Missbraucht, gemobbt und mundtot gemacht)
Ein Opfer und sein bisheriges Leben in der ZEIT (Das Ende der Scham)

Ein Opfer im kirchlichen Internat/Don Bosco-Salesianer (Prügel im Namen des Herrn)

In unzähligen Blogbeiträgen werden eigene Erlebnisse, Meinungen und Lösungen angeboten. Ein mittlerweile stiller Blog dazu: 

Was sagt die Statistik zu diesem Thema? Ca. 300.000 Kinder werden pro Jahr in Deutschland missbraucht. Schätzungen zufolge wird etwa jedes dritte bis vierte Mädchen und jeder siebte bis zehnte Junge bis zum 18. Lebensjahr einmal oder über Jahre hinweg missbraucht. Täter sind zu 98% Männer, die aus dem engsten Umfeld des Kindes kommen.
Durchschnittlich 65 %–70 % der drogensüchtigen Mädchen wurden als Kind
sexuell missbraucht.

1) Was versteht man unter sexuellem Missbrauch?

Damit sind eindeutig sexuelle Handlungen eines Erwachsenen mit einem Kind gemeint, wobei der Erwachsene das Kind als Objekt zur Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt.
Der Täter handelt in der Absicht, sich und/oder das Opfer sexuell zu erregen und einen Höhepunkt zu erleben.
In den meisten Fällen ist der Täter ein Mann, und zwar in 98 % der Fälle, der dem Kind bekannt ist. Fast immer nutzt der Täter ein Macht- oder Abhängigkeitsverhältnis durch familiäre oder schulisch-pädagogische Positionen aus. Sexueller Missbrauch ist ein deutlicher Missbrauch von Macht, den Stärkere gegenüber Schwächeren ausüben. Je näher der Täter dem Kind steht, z.B. Vaterschaftsverhältnis, Freund der Mutter, Onkel, Vetter, desto
schlimmer wird das Kind in der Fähigkeit, Vertrauen zu lernen, gehemmt.

Die grundlegenden Bedürfnisse nach Schutz, Sicherheit, Bedeutung, Liebe,
Geborgenheit, Anerkennung und Vergebung werden zutiefst verletzt und
pervertiert. Die Voraussetzungen für seelische Gesundheit werden zerstört.

2) Wie erkenne ich sexuellen Missbrauch bei Kindern?

Körperliche Symptome

Leider sind eindeutige Hinweise sehr selten. Oft sind es vage Aussagen des betroffenen Kindes, Aussagen anderer Beobachter oder eine Schwangerschaft. Es gibt aber auch andere sichtbare Anzeichen, die Missbrauch nahelegen. Zu den deutlichsten zählen körperliche Symptome: Verletzungen im Genitalbereich, Kratzspuren, Prügelspuren, Geschlechtskrankheiten. Der Kinderarzt sollte Auskunft geben können, ob das Kind einen Unfall hatte oder durch Gewalt so zugerichtet wurde.

Emotionale und Verhaltensymptome

Eltern sollten aufmerken, wenn ein Kind plötzlich sein Verhalten ändert, z.B. apathisch wird, obwohl es vorher aufgeweckt war, hyperaktiv, obwohl es vorher ruhig war, es plötzlich aufhört sich mitzuteilen oder an schulischen oder außerschulischen Unternehmungen nicht mehr teilnimmt, obwohl es früher mit Begeisterung dabei war.
Auffällig sind auch Angst vor Bad und Schlafzimmern, vor Nacktheit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Albträume, Tagträume,
Abgleiten in Fantasiewelten, nicht altersgemäße sexuelle Spiele bzw.
sexualisierendes Verhalten, Veränderungen der Essgewohnheiten wie
nervöses, unkonzentriertes Herumstochern im Essen,
Essensverweigerung/Hungern oder aber auch zwanghaftes, übermäßiges
Essen.
Es treten ferner auf: Vertrauensverlust, Schuldgefühle, Schamgefühle,
Ohnmacht, Angst, Rückzugsverhalten, geringes Selbstbewusstsein,
zwanghaftes Verhalten, wie Wasch- und Duschzwänge. Wie kann man das
erklären?

3) Das Unmögliche nicht erleben wollen

Sexueller Missbrauch erschüttert das Vertrauen in die Umgebung und die eigene Person sehr stark. Vertrauen heißt missbraucht werden und deshalb misstrauen missbrauchte Kinder folglich ihrer gesamten Umgebung. Sie unterliegen einem Redeverbot und verlieren deshalb auch das Vertrauen in die eigene Kraft und betrachten sich als wehr- und wertlos.
Meistens besteht eine Beziehung zwischen Opfer und Täter, die durch Vertrauen, Angewiesensein und Zuneigung gekennzeichnet ist. Schuldig fühlen sich die Kinder, weil sie denken, selbst Anlass zu dem sexuellen Missbrauch
gegeben zu haben oder sie bekommen sogar das Gefühl, selbst beteiligt
zu sein, da sie nicht nein sagen konnten, mitgemacht haben.
Ein ganz normaler psychischer Prozess, denn betroffene Kinder mögen oder
lieben den Täter, suchen nach Entschuldigungen und Erklärungen für den
Missbrauch.
Die betroffenen Mädchen schämen sich für alles, für die ihnen
zugefügten Verletzungen, für ihre Familie, für den Täter, sogar für
eigenes Dasein. Sie fühlen sich beschmutzt, benutzt, ekeln sich vor
sich selbst und empfinden eine große Hilflosigkeit: Sie werden gerade
von dem gepeinigt, der ihnen eigentlich Schutz geben, sie anleiten und
erziehen soll.

Missbrauchsopfer verlieren meist völlig das Recht auf Selbstbestimmung, ihr Wille wird konstant gebrochen. Sie müssen blind gehorsam sein und schweigen. Angst wird zum dominierenden Gefühl: Angst vor sexuellen Angriffen, Angst vor Aufdeckung des Geheimnisses, vor Rufverlust für die Familie, vor der Umwelt, vor Verlust von Liebe.

Die Ausweglosigkeit führt zu komplizierten psychischen
Zerspaltungsmechanismen, die den Körper zu etwas Fremdem, Leblosem, Nichtdazugehörigem machen. Es findet eine Art Schizophrenisierung der Psyche statt, denn es passiert etwas, das nicht passieren darf, mit einem Körper, den die Betroffene gar nicht mehr kennen will. Das geteilte Selbst sucht sich Schutzräume und findet fast keine. Dort, wo es sich verstecken kann, hinter einem innerlichen Schutzwall, versucht es, nicht zugänglich zu sein für den Missbrauch, verliert aber auch die positiven Kontakte zu anderen. Das gesamte emotionale Erleben ist massiv erschüttert und gestört.


4) Die Folgen des Missbrauchs

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Sprachstörungen und Legasthenie
  • Hauterkrankungen
  • Bauchschmerzen und Unterleibsschmerzen
  • Schwangerschaften
  • Blutungen
  • Lähmungen
  • Magersucht
  • Esssucht
  • Autoaggressionen
  • Drogen- und Alkoholabhängigkeit
  • Selbstverstümmelung
    (brennende Zigaretten auf der Haut ausdrücken, sich Schnitte
    beibringen, sich durch Schmerz spüren, Blut sehen)
  • Suizidversuche
  • Arbeitssucht
    (zum Ausgleich des verletzten Selbstwertgefühls, extreme
    Leistungsorientierung, frühe finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus)
  • Einzelgängertum und Misstrauen
  • distanzloses Verhalten
  • frühe Heirat
  • Streunen, Weglaufen aus dem Elternhaus
  • Sicherheitsgefühl durch Gruppenzugehörigkeit bei gleichzeitig ängstlichem Verhalten im Einzelkontakt
  • auffälliges Verhalten gegenüber bestimmten Männer- und Frauentypen
  • altersunangemessenes Sexualverhalten
    (bei Mädchen extrem sexualisiertes Verhalten gegenüber Männern)

+ Aufruf von Sven Reiß (Artikel in der TAZ, Link darin veraltet), Volkskundler und selbst Mitglied in einer bündischen Jugendgruppe (Pfadfinder) gewesen. Heute gehört er dem Arbeitskreis „Schatten der Jugendbewegung“ an:


Bist auch du ein Bündischer?
Ist dir auf Fahrten oder Feiern passiert, dass Gruppenleiter übergriffig geworden sind, dich berührt oder begrapscht haben? Und sagen, dass du darüber nicht sprechen sollst? Benötigt ihr als Bund Hilfe? Dann bieten wir dir an, dich beim Arbeitskreis „Schatten der Jugendbewegung“ zu melden. Ob persönlich oder anonym, wir schützen dich und helfen dir. 

Aktueller Link:
http://www.schwarzzeltvolk.de/tag/ak-schatten/

+ Übergeordnet und staatlich eingerichtet dagegen ist das

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

Sie können über folgende Rufnummer mit dem Hilfetelefon Sexueller Missbrauch* des Unabhängigen Beauftragten in Kontakt treten:

0800-22 55 530 (kostenfrei und anonym)

Sprechzeiten:
Montag und Mittwoch: 9 bis 14 Uhr
Dienstag und Freitag: 16 bis 21 Uhr
Sonntag: 15 bis 20 Uhr

(Das Telefon ist nicht an Feiertagen und nicht am 24. und 31. Dezember besetzt.)

Zum schriftlichen Kontakt »
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Über winnerscoolblog

Akademiker, Buchredakteur/Lektor, Nachhilfe/Tutor, langjährige Erfahrung,
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9 Antworten zu Wie erkenne ich sexuellen Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen?

  1. Pingback: Begrüßung zu winner’s cool blog – Inhaltsverzeichnis | Willkommen beim Blog von winner-mobile-nachhilfe.de – winner's cool blog

  2. Bin fassungslos schreibt:

    Für viele wurden die dortigen Jugenderlebnisse positiv prägend für das ganze Leben. Das einfache Leben auf Fahrt, das Lernen von Selbstständigkeit und Verantwortung sind zeitlose Ideale der Bünde.

    Doch die Erfolgsgeschichte hat Schattenseiten. Eine davon wurde nun vor dem Landesgericht in Saarbrücken verhandelt. Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen in 11 Fällen lautete die Anklage gegen den 37-jährigen Markus M. Der bis Ende vergangenen Jahres als Erzieher Tätige soll seine Führungsrolle bei den Pfadfindern und Wandervögeln für eigene sexuelle Befriedigungen ausgenutzt haben. …

    Wiederholt wurde die Jugendburg Balduinstein als Tatort genannt – eine an der Lahn gelegene, romantische Begegnungsstätte von Pfadfindern und anderen bündischen Gruppen. Der frühere Pfadfinderstamm „Landsknechte“ des Angeklagten bezeichnete die Burg auf seiner Homepage als „Heimatburg“. Später wandte sich Markus M. mit einer – laut Aussage eines seiner Jungen als „Geheimbund“ bezeichneten – Gruppe von den Pfadfindern ab. Markus M. und seine Gefolgschaft wurden nach einiger Zeit selbst Wandervögel: Balduinsteiner Wandervögel.

    Quelle: taz vom 12.06.2013

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bi&dig=2013%2F06%2F12%2Fa0121&cHash=3bc5ccb677fb1e40e84b05a6305f58a3

    Erzieher missbraucht Pfadfinder beim Ausflug

    Berichtet von einer Nacht im Dezember 2004 auf der Burg Balduinstein bei Koblenz: „Der Junge kam zu uns ins Zimmer und legte sich zwischen uns. Während ich Sex mit Markus hatte, griff er mir an die Brüste. Und mein Mann machte sich an ihm zu schaffen.“

    BILD vom 31.05.2013

    http://www.bild.de/news/inland/erzieher/erzieher-missbraucht-pfadfinder-30631846.bild.html

    Burg Balduinstein: Noch mehr Jungen missbraucht?
    Rhein-Zeitung vom 19.06.2013

    Koblenz/Balduinstein – Gegen einen Gruppenführer der Wandervögel sind erneut schwere Vorwürfe sexuellen Missbrauchs bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nach Informationen unserer Zeitung gegen einen 53-jährigen Mann Anklage wegen Kindesmissbrauch (24 Fälle) und Missbrauch von Schutzbefohlenen (drei Fälle) erhoben. …

    Beide Männer sollen einen Teil ihrer Missbrauchstaten auf der Burg Balduinstein (Rhein-Lahn-Kreis) verübt haben. Sie ist Heimatstandort der Autonomen Wandervögel und gehört seit 1979 dem Verein „Freies Bildungswerk Balduinstein“. Auffallend ist: Die beiden mutmaßlichen Tatzeiträume überlappen sich. Der 37-Jährige soll seine Missbrauchstaten von 2004 bis 2006 verübt haben, der 53-Jährige von 2002 bis 2006.

    Das wirft die Staatsanwaltschaft dem 53-Jährigen vor: Der Mann, der in Nordrhein-Westfalen lebt, soll zahlreiche sexuelle Übergriffe auf zwei Jungen verübt haben, die ihm von deren Eltern anvertraut worden waren. Zu den Taten kam es laut Anklage bei mehreren Veranstaltungen und Treffen auf Burg Balduinstein, außerdem während eines Ausflugs der Wandervögel an die Adria. Die beiden Opfer sollen zwischen 12 und 15 Jahre alt gewesen sein. …

    http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Burg-Balduinstein-Noch-mehr-Jungen-missbraucht-_arid,611652.html

    FÜRSTEN IN LUMPEN UND LODEN
    Jugendbewegung – Der Film

    Gegen ein Mitglied unsrer Projektgruppe „FÜRSTEN IN LUMPEN UND LODEN. Jugendbewegung – Der Film“ ist ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Missbrauch eingeleitet worden. … Der Verein „Fürsten in Lumpen und Loden“ wird aufgelöst.

    http://www.jugendbewegung-der-film.de/

  3. bin fassungslos schreibt:

    In 27 Fällen soll sich ein heute 54 Jahre alter Mann an Jugendlichen sexuell vergangen haben. Im Zentrum der Anschuldigungen stehen Treffen in der Jugendbegegnungsstätte Burg Balduinstein.

    Missbrauchsprozess: Abgründe hinter Burgmauern
    (Nassauische Neue Presse 06.06.2014)

    … Neun Zeugen, darunter die als Nebenkläger auftretenden jungen Männer, sollen zur Klärung des Sachverhalts beitragen. Im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen in der Pfadfinder-ähnlichen Organisation sind mehrere Verfahren gegen erwachsene Betreuer anhängig.

    Der Staatsanwalt wirft dem freiberuflich tätigen Cutter und Kameramann vor, im Zeitraum von Juli 2002 bis Juli 2006 als Gruppenführer der autonomen Wandervögel seinen pädophilen Neigungen freien Lauf gelassen zu haben. … Der Junge, im Verlauf der Verhandlung fällt der Begriff „Lieblingspimpf“, habe sich zunächst gewehrt, doch „der Angeklagte ließ nicht locker“, weist die Anklage massive Anschuldigungen auf. Dreimal sei ein damals 13-Jähriger dabei gewesen.

    Gleich mehrere Stunden lang widmet sich das Schöffengericht Person und Sachverhalt. … 2005 wurde er Mitbegründer der autonomen Wandervögel in Balduinstein, dort, wo er schon Anfang der 90er-Jahre Mitglied im Trägerverein der Burg geworden war. …

    Die Vorliebe für gewisse Wanderstiefel trugen dem Angeklagten selbst den Spitznamen „Caligula“ ein (antike Quellen beschreiben den römischen Kaiser als wahnsinnigen Gewaltherrscher). …

    (hbw)

    http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Missbrauchsprozess-Abgruende-hinter-Burgmauern;art680,885072

    ____________

    Diez/Balduinstein. Was hat sich über Jahre hinter den Mauern von Burg Balduinstein abgespielt? Gab es im Dunstkreis der “Autonomen Wandervögel” möglicherweise organisierten Missbrauch? Abgründe tun sich auf.

    “Lieblingspimpf”: Jungen auf Burg Balduinstein missbraucht
    (Rhein-Zeitung 06.06.2014)

    Das Schöffengericht Diez hat einen 54-jährigen Mann aus Köln wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte, ein Mitglied der in Balduinstein gegründeten Autonomen Wandervögel und in der Bewegung „Caligula” genannt, hatte gestanden, sich mehrfach an einem Jungen vergangen zu haben.

    Verurteilt wurde er schließlich für drei Fälle zwischen Oktober 2004 und 2006. In der Anklageschrift waren 27 Übergriffe benannt, davon 24 Fälle des Kindesmissbrauchs, die sich aber nicht nachweisen ließen, weil die Aussagen der beiden betroffenen Opfer hinsichtlich des Tatzeitpunkts zu diffus waren. Es blieb unklar, ob der sogenannte Lieblingspimpf des Mannes unter 13 Jahre alt war, als der Angeklagte sich an ihm verging. Deshalb gelten diese Taten juristisch als verjährt. …

    Im vergangenen Jahr, als die Ermittlungen begannen, sei er [der Täter] ausgetreten, „um Schaden von der Einrichtung abzuwenden“. Anschließend wurde er mit einem Hausverbot belegt. Eine Therapie absolvierte er zwischen 2006 und 2009. … Begonnen, so die Einlassung, habe es bei einem Zwischenstopp auf dem Weg zu einem Segeltörn an der Adria im Oktober 2003. …

    (hbw)

    http://www.rhein-zeitung.de/region/panorama_artikel,-Lieblingspimpf-Jungen-auf-Burg-Balduinstein-missbraucht-_arid,1162232.html#.VDKmR9J_t30

    ____________

  4. Balduinsteiner schreibt:

    [In 27 Fällen soll sich ein heute 54 Jahre alter Mann an Jugendlichen sexuell vergangen haben. Im Zentrum der Anschuldigungen stehen Treffen in der Jugendbegegnungsstätte Burg Balduinstein.]

    Missbrauchsprozess: Abgründe hinter Burgmauern
    Taunus-Zeitung vom 06.06.2014

    Mindestens einmal im Monat soll sich der in Köln lebende Angeklagte dem Kind unsittlich genähert haben. Der Junge, im Verlauf der Verhandlung fällt der Begriff „Lieblingspimpf“, habe sich zunächst gewehrt, doch „der Angeklagte ließ nicht locker“, weist die Anklage massive Anschuldigungen auf. Dreimal sei ein damals 13-Jähriger dabei gewesen.

    Gleich mehrere Stunden lang widmet sich das Schöffengericht Person und Sachverhalt. … „Es war meine Welt, irgendwie“, erläuterte der ledige Angeklagte die über Kontakte der Mutter entwickelten Interessen. 2005 wurde er Mitbegründer der autonomen Wandervögel in Balduinstein, dort, wo er schon Anfang der 90er-Jahre Mitglied im Trägerverein der Burg geworden war. …

    Begonnen, so die Einlassung, habe es bei einem Zwischenstopp auf dem Weg zu einem Segeltörn an der Adria im Oktober 2003. … Kennengelernt hatte der Kameramann die Gruppe bei einem Filmprojekt im Rahmen einer Videowerkstatt im Mai des gleichen Jahres.

    http://www.taunus-zeitung.de/lokales/limburg_und_umgebung/Missbrauchsprozess-Abgruende-hinter-Burgmauern;art680,885072

    [Mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ahndete das Diezer Schöffengericht sexuelle Übergriffe auf zwei Jugendliche.]

    Zurück bleibt Erstaunen. Und Entsetzen. Erwachsene suchten sich innerhalb der Jugendgruppen „Lieblingspimpfe“ aus, machten ihnen Geschenke und ließen sie in ihren Zimmern übernachten – in den eigenen Betten. Treffender als die Anwältin, die den inzwischen 23 Jahre alten Hauptbetroffenen als Nebenkläger vertrat, kann man es nicht ausdrücken: Bei Begegnungen auf Burg Balduinstein konnte auf einen Pool von Jungen zurückgegriffen werden…

    Ihre Hoffnung, dass dieses System komplett bereinigt werde, ist in der gebotenen Schärfe allerdings kaum zu erfüllen. … Der Staatsanwalt hatte dem freiberuflich tätigen Cutter und Kameramann vorgeworfen, im Zeitraum von Juli 2002 bis Juli 2006 als Gruppenführer der autonomen Wandervögel seinen pädophilen Neigungen bei gegenseitigen Berührungen freien Lauf gelassen zu haben, mindestens einmal im Monat. …

    Drei Übergriffe zwischen Oktober 2004 und 2006 trugen dem Angeklagten neben der Bewährungsstrafe Beratungsgespräche bei der Psychiatrischen Ambulanz Trier ein (um den Therapiebedarf zu ermitteln). Außerdem zahlt der 54-Jährige Schmerzensgeld von 3000 und 1500 Euro.

    Quelle: Missbrauchsprozess: Entsetzen über mildes Urteil. Taunus-Zeitung am 14.06.2014.

    http://www.taunus-zeitung.de/rhein-main/Missbrauchsprozess-Entsetzen-ueber-mildes-Urteil;art801,895541

  5. Elżbieta B. Wawrzyńska schreibt:

    Am 5. Juni wurde ein weiteres Urteil wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige, die sich zu einem großen Teil auf der Jugendburg Balduinstein ereigneten, gesprochen. … Wieder deuteten die Schilderungen und Aussagen der Beteiligten darauf hin, dass auf der Jugendburg Balduinstein über Jahre hinweg eine Art von pädophilem Netzwerk existiert hatte, in dessen Rahmen die Täter frei agieren konnten und Zugriff auf die Jungen erhielten.

    http://scouting.de/paedo-netzwerk-balduinstein-weiteres-urteil-gesprochen/

    Tatort Jugendburg Balduinstein:
    4 Pfadfinder missbraucht: Kinderschänder will nicht in den Knast.

    http://www.bild.de/regional/saarland/saarland/kinderschaender-will-nicht-in-den-knast-37310002.bild.html

  6. Awer mir schwätze halt suh häi schreibt:

    Der Wahnsinn auf dem Balduinstein geht weiter und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Richter sprach von einem Netzwerk

    (auf facebook am 20.06.2013)

    https://de-de.facebook.com/scoutingmagazin/posts/348668105236434

    Zur gleichen Zeit lief in Saarbrücken ein mehrtägiges Gerichtsverfahren gegen Markus M., einen Wandervogelführer aus dem Umfeld der Burg Balduinstein, der über mehrere Jahre Schutzbefohlene missbraucht hatte. Wir hatten uns vom Arbeitskreis vorgenommen, das Verfahren als Prozessbeobachter zu begleiten …

    Beräunertreffen und andere Singewettstreite wurden als Tatorte angegeben. Welch ein schales Gefühl bleibt zurück, wenn man sich vorstellt, dass im Gewölbekeller neben dem rauschenden Singefest im Meissnersaal ein 14jähriger Sippling von seinem volljährigen Gruppenleiter missbraucht wird? Wie beschämt fühlt man sich, wenn der Richter in der Urteilsverkündung ausspricht, das es scheinbar neben der Odenwaldschule und den katholischen Internaten einen weiteren Ort gegeben hat, in dem es gehäuft zum Missbrauch Schutzbefohlener gekommen ist – nämlich die Jugendbewegung. Und gleichzeitig wächst in diesen Momenten die Sicherheit, dass wir mit dem AK-Schatten auf dem richtigen Weg sind, hier nicht länger die Augen zu verschließen.

    Das Verfahren in Saarbrückenwird Folgeverfahren nach sich ziehen, denn Markus M. war kein Einzeltäter, sondern eingebettet in ein System, in welchem der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als Teil jugendbewegten Erlebens verkauft wurde.

    (zitiert aus: AK Schatten – Jahresrückblick 2013)

    http://www.jubi-ludwigstein.de/fileadmin/user_upload/buende/AK_Schatten_-_Jahresrueckblick_2013.pdf

  7. Tomáš Přemysl schreibt:

    „Der Wahnsinn auf dem Balduinstein geht weiter und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Richter sprach von einem Netzwerk“

    (gut erkannt von Kurt Ternes (sadarji) von der Pfadfinderschaft Grauer Reiter auf facebook am 20.06.2013)

    https://de-de.facebook.com/scoutingmagazin/posts/348668105236434

    Balduinstein [russisch Бальдуинштайн], jungenvergötternde Jugendburg in landschaftlich schöner Lage und leider vielfacher Tatort sexuellen Missbrauchs an Jungen.

    Sälchen. „das sälchen ist der obere teil der ehemaligen burgkapelle. auch heute noch deutlich zu erkennen ist die apsis am ende des raumes“ (so kleinschreibt es Jugendburg Balduinstein)

    Im historisierenden, innenarchitektonisch ein wenig höfisch-spätgotisch oder kapellenhaft-sakral wirkenden Kuppelgewölbe des sogenannten Sälchens entstand das Kunstwerk „Segen“ bzw. „Der Segen“ des aus der Pfadfinderbewegung stammenden Nacktjunge-Malers Otto Lohmüller genannt otolo.

    Bildinhalt: mädchenfreie Zone und frauenfreie Zone sowieso, der beinahe noch vorpubertäre Junge (Tobias) wird durch den männlichen Greis (brecht) irgendwie initiiert oder erbittet den Segen des Alten oder gibt sich dem Greis hin, wie auch immer, in jedem Fall sind beide völlig nackt. [hier sei einmal mit h t t p statt http in die URL eine Barriere eingebaut.]

    h t t p://yablor.ru/media/images/top/preview/otolo-eu-images-443DerSegen.jpg

    Auch hier sogleich wieder auf Russisch, „DerSegen_d2“, Отто Ломюллер = Otto Lohmüller

    h t t p://photos.privet.ru/community/Museum_RedViolin/photo/402961924

    Thema Nacktjungenmaler otolo d. i. Otto Lohmüller:

    “Kritiker Lohmüllers heben seine kontroversen Ansichten zur Strafbarkeit pädosexueller Kontakte hervor, die er etwa 1997 in einem Brief an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Claudia Nolte darlegte:

    Ein 12-, 13-, oder gar 14-jähriger Mensch läßt sich nicht zwingen”, freiwillig” was zu tun. Wenn er mit einem Erwachsenen wichst, so hat er Lust darauf. Ein Erwachsener tut ihm dabei KEINE Gewalt an. Aber unser Gesetz behauptet wider besseren Wissens, es läge Gewalt vor, wenn sich ein Kind freiwillig befühlen läßt, sogar dann, wenn es den Erwachsenen selbst zu dieser Berührung verführt hat!! Idiotisch solch ein Gesetz!!!!

    In einer E-Mail, die Lohmüller am 7. Mai 2000 bezüglich der Deutung des Begriffes Pädophilie” verfasste und auf seiner Homepage (die ebenfalls ein umfassendes Angebot an Knabenakten umfasste) veröffentlichte, äußerte er sich wie folgt:

    Wenn ein Knabe von einem Päderasten mit seiner Zustimmung geliebt wird, so liegt absolut keine Gewalt vor, auch wenn es der Gesetzgeber so behauptet und bestimmt. (Die Referenz wurde vom Betreiber von otolo.de aus dem Internet Archiv gelöscht).

    Zur Verteidigung Lohmüllers wird eingewandt, dass es sich bei seinen Knabenakten in keinem Fall um Pornografie handle, Kritiker verweisen darauf, dass der Maler sich bewusst nicht von der Pädophilen-Szene distanziert, sondern im Gegenteil dieser Szene durch Veröffentlichung seiner Ansichten in offenen Briefen und E-Mails Unterstützung zukommen lässt, indem er entgegen der Gesetzeslage Straffreiheit für Pädophile auf Basis des freien Willens” von Minderjährigen fordert.

    Da fehlen mir jetzt echt die Worte!”

    (duwi auf allmystery am 10.10.2011; danke, duwi)

    http://www.allmystery.de/themen/km58176-364

    Über den mit Jugendburg Balduinstein verbundenen, manchmal beinahe fotorealistisch malenden Künstler genauer Nacktjungenanbieter otolo d. i. Otto Lohmüller:

    Aufenthalt mit Ute und Adrian in Thailand.

    1998 Kunstseite von “Otolo” im Internet.

    Bei Totenfeier von “Serge Dalens” in St. Cloud bei Paris. Reiche Begegnungen mit Autoren.

    1999 “Achims Verlag” bringt “Fahrtenchronik der Tempelritter” heraus.

    Bedeutungsvolles Treffen auf der Burg Balduinstein an der Lahn, um das geplante Gemälde “Segen” mit Brecht, Tobias und Costa vorzubereiten. [Anm.: brecht ist der Vorkriegsbündische Hans-Albrecht Stempel, * 06. 03.1907, † 23.09.2002 auf Burg Balduinstein.]

    2001 Indienaufenthalt. Es entstehen dort eine Reihe von Porträt-Aquarellen und danach zu Hause 15 Acrylbilder eines Indien-Zyklus.

    Aufenthalt auf der Halbinsel Krim, Ukraine. Entstehung einiger Porträt-Aquarelle, die er in Simferopol ausstellt. Fernsehbericht darüber im ukrainischen Fernsehen.

    2002 Entstehung des Gemäldes “Patrick-Sport” (Wkvz 410).

    Der hochbetagte “Brecht” stirbt, Beerdigung bei der Jugendburg Balduinstein. Treffen bündischer Köpfe.

    2003 Anfang Januar der 1 000 000. Besucher auf der Kunstseite von Otolo im Internet.

    (…)

    В 1999 “Ахима Ферлага” выносит ” хроника поездок рыцарей храма “.

    Важная встреча в замке Бальдуинштайн [Balduinstein] в плющенную проволоку, чтобы подготавливать запланированную картину “одобрение” [das Gemälde „Segen“ bzw. „Der Segen“, ggf. ist одобрение allerdings mit Zustimmung übersetzbar, siehe unten] с Брехтом [brecht], Тобиасом [tobias] и Costa. (…)

    “Брехт преклонного возраста” умирает, вербовка пива около молодежного замка Бальдуинштайна [Balduinstein]. Наталкиваются bündischer голов [Zusammenkommen / Begegnung / Treffen bündischer Köpfe, s. o.].

    http://fotki.yandex.ru/next/users/ben-de/album/146832/view/308820

    Russisch одобрение = Zustimmung, Beifall, Akzeptanz, Billigung

    http://de.bab.la/woerterbuch/russisch-deutsch/%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B1%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5

    Das geht doch leider wohl eindeutig in die Richtung von der Päderastenseite k13-online.krumme13 (ICH SAG JA, Bildband), zu der hier natürlich nicht verlinkt werden soll und die das Balduinstein-Gemälde Der Segen – offensichtlich direkt in Russische weiterleitbar als URL bzw. file „DerSegen_d2“ – des kinderfreundlich-unschuldig daherkommenden Jungenmalers Otto Lohmüller (otolo) wie zu erwarten kennt, wie überhaupt die Bilder des jahrelang mit Jungen Pfadfinder-Arbeit betreibenden otolo bei der pädophil orientierten k13-online.krumme13 sehr hoch im Kurs zu stehen scheinen: KALOS (Knaben Kunstband), Species Knabe(Otolo-Kunstband) usw.

    Der Segen? Blick ins dem Russischen verwandte Bulgarische, dort ist одобрение nicht Segen, sondern Zustimmung, Einwilligung, was uns im Hinblick auf die (einst) etwa von Otto Lohmüller pauschal gebilligten sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und (etwas älteren) Minderjährigen alarmieren muss:

    acceptance, approval (an agreeing to the action of another) [„ein Einwilligen in die Handlung eines anderen“]

    http://en.wiktionary.org/wiki/%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B1%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5

    Im Deutschen als nicht religiös verstandener Ausdruck allbekannt: Einer Sache „den Segen geben“, etwas „absegnen“, vgl. hier aus dem Russischen ins Polnische u. a. als poparcie, akceptacja: „Akzeptanz“

    http://pl.wiktionary.org/wiki/%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B1%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5

    In den slaw. Sprachen ist der – religiös verstandene – Segen, der Wunsch nach vermiedenem Schaden und Unheil, auch künftiger himmlischer Heilssicherung sowie handlungsorientierter Rechtleitung des Gesegneten auf Erden, doch wohl eher Благослов, blagoslov. Vgl. hingegen bulgar. to approve, to endorse (to sanction officially, to ratify, to confirm). to approve, to OK (to regard as good, to be pleased with, to think well of) Одобряваш ли идеята ми? – Do you approve of my idea?

    http://en.wiktionary.org/wiki/%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B1%D1%80%D1%8F#Bulgarian

    Beenden wir das schlimme Thema für heute. Zum Kindeswohl und Klarsehen bestens geeignet:

    wildwasser – gegen sexuelle Gewalt – das Portal für Hilfe und Info für von sexuellem Missbrauch Betroffene, Angehörige und Freunde.

    http://www.wildwasser.de/

    Zartbitter Köln – Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen

    http://www.zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/Aktuell/100_index.php

  8. Pingback: Hilfetelefon Sexueller Missbrauch | Willkommen beim Blog von winner-mobile-nachhilfe.de – winner's cool blog

  9. Stellina Odorosa schreibt:

    Sich und geneigten Kameraden die Tatorte aufbauen, oder: Vom Felbertal (1951) nach Balduinstein (1951)

    „Alexej Stachowitsch … 1951: Gründung des „Werkschulheim Felbertal“ … 1974: Mitbegründung des Freien Bildungswerkes Balduinstein und damit von Burg Balduinstein; 22.05.1974 Einzug auf der Burg.“

    http://www.scout-o-wiki.de/index.php/Alexej_Stachowitsch

    kurier.at: „Ihr Bruder war Schüler an der Odenwaldschule, von der schwere Missbrauchsfälle bekannt geworden sind.“ (…)

    Kardinal Christoph Schönborn:

    (…) „Er war genau zu der Zeit dort, als das geschah. Auch mit meinem älteren Bruder habe ich viel geredet. Er war im Werkschulheim Felbertal, die Entlassung des damaligen Direktors hatte dieselben Gründe.“

    http://kurier.at/politik/schoenborn-muessen-vom-hohen-ross-steigen/731.290

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