Abi oder Lehre?

Für viele Schüler stellt sich diese Frage spätestens ab der 10. Klasse intensiver… Nun wird’s ernst. Rein in die Lehre, bloß welche? Weitermachen in Fachoberschule oder Gymnasium, welche Leistungskurse, welche Grundkurse? Was kann ich wirklich gut, wo muss ich aufpassen, was brauche ich später? Ist die Lehre und das Arbeiten verpönt, bietet sich nur der schwierige
Parcours durch die Oberstufe als Ausweg an. Der zu packen ist, manchmal
aber eben nicht. In Bayern kommen 18 von 100 Schülern beim Abitur an, in Rheinland-Pfalz 57 und in Baden-Württemberg etwa 40.

Manchen ist es ganz klar, sie machen das, wo sie richtig angesprungen sind, schon vor Jahren, und es auch in der 10. Klasse leicht durchziehen, die 2er sind fast obligatorisch, manchmal auch die 1er. Oder eben durch und durch super. Andere müssen sich wahnsinnig in Acht nehmen, wie schippere ich um die Krisenfächer und Krisenlehrer, ohne dass es mich erwischt? Was wähle ich ab, wo steig ich ein? Nicht immer wird das Lieblingsfach angeboten, oftmals nur Dutzende von Kilometern weiter. Hier ist guter Rat teuer. Wechseln oder Abschläge in Kauf nehmen? Der Schulweg ist wohl entscheidend. Wer will schon täglich 30/40 km einfach aus abgelegenen Gebieten in die Stadt fahren? Manchmal bleibt als Trost, dass die (der) Schüler(in) sich sicher noch weiterentwickelt und ab Klasse 12 (bei 13 Klassen) auf Touren kommen wird. In der G8 mit 12 Klassen entfällt die Chance. Waldorfschulen oder Privatschulen können ein Ersatz sein.

Bei der Entscheidung Lehre oder Studium kommt es immer auf die Neigungen
des Betreffenden an. Wer in die Praxis tendiert und lieber etwas Praxisorientiertes lernen will, ist mit
einer Aus- und späteren Weiterbildung gut beraten. Meister stehen fest mit beiden Beinen im Leben und verdienen gut. Über 20 % der Abiturienten wählen diesen Weg.

Muss das mit Abi sein? Ein Abitur bringt bei der dualen Ausbildung den Vorteil, schneller
den Gesellenbrief erwerben zu können. Es gibt zwar keine automatische
Verkürzung der Ausbildung und keinen Rechtsanspruch darauf, dennoch wird die Ausbildung sehr häufig (nicht nur bei Banken und
Versicherungen)  um ein Jahr verkürzt, wenn die Leistungen
stimmen.

Ein Praktikum ist meist der beste Weg festzustellen, ob eine Ausbildung für ihn in Frage kommt. Dabei lässt sich am besten
feststellen, ob der Beruf zu einem passt. Je früher
man sich entscheidet, umso eher kann man sich bei geeigneten
Unternehmen um einen Ausbildungsplatz bewerben oder sich eine passende
Hochschule suchen.

Wer theoretisch und wissenschaftlich
orientiert ist, kann sich oft nichts anderes als ein Studium vorstellen. Manchmal ist es auch die Wahl, wenn sonst nichts geht oder vorstellbar ist. Oder weil mehr Einkommen winkt. Das kann ein Trugschluss sein, gerade bei Qualitäten, die der Markt gar nicht sucht. Künstlerisch-Musisches, Museales, Literarisches, Exotisches sind alles Richtungen, die ohne Superqualität oder marktorientierte Aufbaumaßnahmen sicher im Aus landen. Manch einer entscheidet sich vor lauter Verlegenheit für das Lehramt. Merkt man das später?

Was tun? Beratungsangebote
gibt es zum Beispiel bei den Industrie- und Handelskammern. Persönliche
Einzelberatungen sind sowohl in den Schulen im Rahmen von Sprechstunden
als auch in den Agenturen für Arbeit möglich. Abiturienten, die sich für einen
Ausbildungsplatz interessieren, haben generell gute Chancen. Ihre gute
schulische Vorbildung ist dabei von großem Vorteil. Sie
punkten in der Regel zusätzlich mit einem höheren Ausprägungsgrad von
wichtigen Fähigkeiten wie Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein
oder Zielstrebigkeit. Eigenschaften, die sie oft allein aufgrund ihres höheren
Lebensalters und ihrem schulischem wie privatem Umfeld mitbringen.

Teilweise stellen Ausbildungsbetriebe
bei anspruchsvollen Ausbildungen
(Kaufmännisches, Medizinisches, Naturwissenschaftliches oder IT-orientiertes) auch nur Bewerber mit Hochschulreife ein. Der Beruf des
mathematisch-technischen Softwareentwicklers bietet laut DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) zum Beispiel
mathebegeisterten Abiturienten eine anspruchsvolle und
praxisorientierte Alternative zur Hochschule. Eine Ausbildung zum Bank- oder Versicherungskaufmann kann eine
praxisnahe Alternative zu einem breit angelegten
betriebswirtschaftlichen Studium sein. Eine medizinisch-technische Assistentin eine Alternative zum Medizinstudium oder ein Verlagskaufmann oder Buchhändler eine tragfähigere Basis zur exotischen Verlagsarbeit als ein Studium. 

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Das Abi ist jedoch nicht in jedem Fall eine Zugangsberechtigung für einen Ausbildungsplatz. Manche Arbeitgeber befürchten eine Unterforderung und eine
Demotivation dieser Jugendlichen. Andere sind nicht begeistert davon, dass nach
Abschluss der Ausbildung ein Studium angestrebt wird und die
Kompetenzen, die der Azubi erworben hat, für den Betrieb verloren gehen. Hier muss man wohl auch geschickt taktieren.

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