ADHS – weder Mode- noch Kinderkrankheit

(pgk)
„ADHS? Das gab es doch früher nicht! Das ist nur wieder so eine
Modeerscheinung!“ – Wer ein Kind mit ADHS hat, muss häufig noch
zusätzlich mit solchen Vorurteilen kämpfen, die das Leben
erschweren. Die Symptome einer
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung waren aber schon
lange beschrieben, bevor dieser zugegeben sperrige Begriff für das
Syndrom gefunden wurde. Erste Belege reichen bis ins 17. Jahrhundert
zurück. Aus dem Jahr 1808 datiert die Meinung des Leibarztes von
Kaiser Napoleon I., der die Kinder als „Schrecken der Schule, Qual
der
Familien und Plage der Umgebung“ diffamiert. Der Frankfurter
Nervenarzt Heinrich Hoffmann beschrieb die Symptome eher anekdotisch
1845 in seinem Struwwelpeter.

Die
bei Hoffmann dargestellten Auffälligkeiten wurden im 19. Jahrhundert
von englischen, deutschen und französischen Ärzten als die
häufigste Seelenstörung im Kindesalter bezeichnet. Heute sagen
Experten, ADHS sei die häufigste kinder- und jugendpsychiatrische
Störung. Rund fünf Prozent der Kinder sind betroffen, das heißt
rund 500.000 Menschen zwischen 6 und 18 Jahren leiden an dieser
Störung. „Die Häufigkeit ist auf jeden Fall so hoch, dass es wohl
kaum eine Schulklasse gibt ohne mindestens ein betroffenes Kind“,
schätzt die Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder und Jugendärzte e.
V. (AG ADHS).

Es
handelt sich übrigens keineswegs um ein Erscheinungsbild, das nur in
den westlichen Ländern vorkommt. Das Problem wird weltweit
beobachtet, beschrieben und beforscht. Dennoch ist bisher keine
Heilung möglich. Zwar verändern sich die Erscheinungsformen mir dem
Älterwerden – in der Pubertät verliert sich die überschießende
Motorik meist und macht einer gewissen Passivität Platz –, aber
auch bei jungen Erwachsenen bleibt das Problem bestehen. „Wir
wissen heute, dass ein Drittel bis die Hälfte der Betroffenen auch
im Erwachsenenalter weiterhin Probleme hat und zum Teil sogar
weiterhin behandelt werden sollte“, empfiehlt die AG ADHS.

Die
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und
Nervenheilkunde (DGPPN) geht davon aus, dass zwischen 2,5 bis 4
Prozent aller Erwachsenen an ADHS leiden. Im Erwachsenenalter stehen
soziale und berufliche Probleme im Vordergrund.

Tipps:

  • Eltern,
    die den Verdacht haben, ihr Kind leidet an ADHS, sollten unbedingt
    eine sichere Diagnose einholen. Ein Arzt allein kann das meist nicht
    leisten. Esbraucht die Zusammenarbeit des Facharztes mit Lehrern,
    Erziehern und anderen Betreuern, in besonderen Fällen zusätzlich
    mit Kinder- und Jugendpsychiatern oder -psychotherapeuten.

  • Es
    gibt keine Einheitstherapie! Je nach Erscheinungsbild und Schwere
    der Beeinträchtigung kommen individuell zugeschnittene
    medizinische, pädagogische, psychologische, psychotherapeutische
    Behandlungsformen in Frage.

  • Weitere
    Informationen und praktische Tipps für Ratsuchende bietet die AG

  • ADHS
    unter http://www.ag-adhs.de/startseite.html

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