Nachhilfe – ein Milliardengeschäft?

Nachhilfe ein Milliardengeschäft?

Um es gleich vorweg zu sagen: Das klingt reichlich übertrieben. Sicher es gibt viele
Nachhilfeschulen und -lehrer, die Preise zeigen große Spannbreiten,
aber haben sie mal in die bekannten Nachhilfeschulen reingeschaut, wie
viele Schüler tatsächlich drinsitzen? Dennoch bundesweit werden sicher
Millionen aufgewendet. Wenn wirklich über 20 % der Schüler dauerhaft Nachhilfe brauchen und temporär auch mal 30 bis 50 % ist das klar.

Dennoch sind es nicht so hohe Einnahmen, wie mancher Medienbericht glauben machen will. Sicher, die Nachhilfebetriebe leben von den Fehlern der Schule, vom
immer stärker werdenden Versagen des Systems Schule, weil es überfordert
und in einem anachronistischen Verhältnis zu den Realitäten steht.
Trotz Mobilmachung auf theoretischer Seite mit modernsten Management-
und Präsentationsmitteln und entsprechenden Trainings von … bereits
Grundschülern. Lehrer müssen immer mehr Sozialpädagogen und
Psychologen sein und brauchen ein dickes Fell. Denn (fast) keiner liebt
sie mehr.

Realistisch betrachtet macht Nachhilfe nur noch reich, wenn man ein dichtes Netz an
Filialen aufbaut und so bundesweit große Umsätze generieren kann.
Diese großen Netze sind sich jedoch in einem Punkt ähnlich: hohe
Grundpreise, verdeckt von Billigangeboten, durch Franchisesysteme fast
überall präsent und fast überall abschöpfend. Beim Franchisenehmer
angefangen bis zu den Eltern.

Und wie steht es mit der Effektivität? Das kann man sich an 10 Fingern abzählen, denn genauso viele Euro zahlen die Institute meist nur ihren Lehrkräften,
die sich aus Schülern, Studenten, Arbeitslosen oder anderen ums Überleben
kämpfenden Menschen rekrutieren. Die Leiter dieser Netzfilialen gar
verdienen meist so wenig, dass die sich fragen, wie sie ihren Alltag
noch bestreiten sollen. Es sind meist die unbarmherzigen Marktgesetze,
die zu Junge, zu Alte oder Minder- bzw. Überqualifizierte, Erkrankte
oder Behinderte oder Hinausgetriebene nicht mehr in den Normalbetrieb hereinlassen. Wer verdient also bei den Nachhilfeeinrichtungen, wenn schon nicht die, die sich eine Existenz wünschen? Es sind die Eigentümer, Franchisegeber und eingeschränkter die Franchisenehmer natürlich, die meist selbst gar nicht im Lehrbetrieb stehen.

Die Eltern sind froh, dass überhaupt feste Einrichtungen existieren, wo
sie ihre Kinder hinbringen können, und suchen oft nicht weiter als bis
zu den nächsten großen Werbeinseraten. Dies rächt sich meist durch
lange Laufzeiten in den Nachhilfeschulen, wenn nicht eine bessere und
dauerhafte Nachmittagsbetreuung als in der Schule grundsätzlich gewünscht
wird. Denn dort geht es doch eher turbulent und ineffizient her. Viele
Kinder verbringen Jahre (!) in den Nachhilfeschulen, sicher mit
zunehmendem Erfolg, aber die Kosten?

Wer meist nur kurz- oder mittelfristig währende, effiziente Hilfe sucht greift besser zu den qualifizierten Einzelkämpfern, die alleine oder persönlich in kleinen und überschaubaren Einrichtungen für akzeptable Preise agieren und nachgewiesenermaßen die besseren Ergebnisse quer durch die Problemfälle erreichen. Nicht die Billigangebote von Unerfahrenen sind hier gemeint, sondern die reellen Angebote der ausgebildeten Kräfte. Warum einen Polo bestellen, wenn auch ein Daimler
günstig zu haben ist? Oder anders gesagt, warum Daimlerpreise für Pololeistung bezahlen? Von stationär bis mobil gibt es Dutzende von regionalen Vertretern, im Telefonbuch, in den Gelben Seiten oder in der Schule, bei der Gemeinde oder beim Pfarrer zu erfahren. Sie arbeiten mit Einzeltraining oder kleinen Gruppen, die fachgerecht geführt werden. Dieses persönliche Intensivtraining durch eine erfahrene Lehrkraft, die sich einen fairen Unterhalt verdienen will, zahlt sich immer kostengünstiger und schneller und formgebender aus. Der Nachhilfeschüler profitiert auf mehreren Ebenen. Der Nachhilfelehrer hat ein reelles eigenes Standbein, macht seine Arbeit gern und die Eltern sparen Zeit und Geld. Die
Oberkassierer sollen erst mal zeigen, dass sie selbst etwas können.


Advertisements

Über winnerscoolblog

Akademiker, Buchredakteur/Lektor, Nachhilfe/Tutor, langjährige Erfahrung,
Dieser Beitrag wurde unter Alles über Nachhilfe, Psychologie des Erwachsenen, Psychologie des Kindes/Jugendlichen, winner news veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Nachhilfe – ein Milliardengeschäft?

  1. Pingback: Begrüßung zu winner’s cool blog – Inhaltsverzeichnis | Willkommen beim Blog von winner-mobile-nachhilfe.de – winner's cool blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s